| Der VfL Vreden (1934 - 1939) |
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Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht in Deutschland übernahmen, brachen auch für die DJK schwere Zeiten an. Politisch erklärte die DJK die Rechten wie die Linken zum Feind. Mitgliedschaft im rechtsextremen "Stahlhelm" oder der NSDAP zog den Ausschluß aus der DJK nach sich. Statt dessen bestanden enge Bindungen zwischen DJK und Zentrumspartei. Gerade die katholischen Lehrer engagierten sich in beiden Organisationen. In Vreden war es der Lehrer Leo Böning, der den Vorsitz der Spielvereinigung übernommen hatte. Mitte Februar 1933 wurde im Bezirk Westfalen zunächst der Sportverkehr zwischen Vereinen der DJK und des WSV verboten. Im August 1933 wurden dann kurzfristig die DJK-Meisterschaften abgesagt, so daß die SpVgg nur noch Freundschaftsspiele gegen andere DJK-Mannschaften bestreiten durfte. Im gleichen Monat erließ der Vorstand des Turnvereins eine vereinsinterne zweimonatige Wettkampfsperre gegen zwei Mitglieder des TV, da sie auch für die Spielvereinigung angetreten waren. Doppelmitgliedschaften waren zu jener Zeit offenbar nicht unüblich. Durch das Reichskonkordat vom 20. Juli 1933 wurde die DJK zunächst in die Liste der genehmigten Verbände aufgenommen. Im Rahmen der Gleichschaltung mußte der Wettkampfbetrieb dann später in die Fachverbände, also DFB bzw. WSV, eingegliedert werden. Aus dem Verband der DJK im Kreis Ahaus/Coesfeld wurde nur Rasensport Coesfeld der ersten Kreisklasse zugeteilt. Eintracht Coesfeld, TuS Stadtlohn und SpVgg Vreden kamen in die zweite Kreisklasse und die restlichen Mannschaften gar in die dritte Kreisklasse.
Die Mannschaft dieser Tage: Obwohl der Erhalt der DJK zunächst gesichert erschien, gab es an höherer Stelle weiter Bestrebungen, den konfessionellen Verband gänzlich aufzulösen. Die Spielvereinigung beugte sich 1934 diesem Druck und wurde mit dem Turnverein zum Verein für Leibesübungen (VfL) fusioniert und dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossen. Auch in anderen Orten kam es zu solchen Zusammenschlüssen. Insbesondere die Vereine der DJK lösten sich zum Teil auch ganz auf.
Die letzte eigenständige Meisterschaftssaison der DJK endete mit folgenden Tabellenplätzen: 1. Matellia Metelen 1. SV Stadtlohn 20 2. SV Salzbergen 2. Eintracht Coesfeld 3. Arminia Ochtrup 3. SpVgg Vreden 4. VfL Ahaus 4. Tapfer Ottenstein 5. Teutonia Riesenbeck 5. Union Wessum 6. Falke Horstmar 6. TuS Wüllen 7. Stella Bevergern In Vreden fand die Fusion gegen den Widerstand weiter Teile der SpVgg und auch des TV statt. Um aber überhaupt weiterhin am Wettkampfbetrieb teilnehmen zu können, biß man in den sauren Apfel. Daß der Vorsitzende Böning von den neuen Machthabern als "politisch nicht zuverlässig" bezeichnet wurde, dürfte das Wohlwollen für die Fusion nicht gerade gefördert haben. Der Turnverein, der sich bei Gründung der Deutschen Turnerschaft angeschlossen hatte, war von Repressalien weitgehend verschont geblieben. Er mußte allerdings die vereinseigene Turnhalle bei Bußmann der Allgemeinheit zugänglich machen. Zum Vereinsführer des VfL Vreden wurde Georg Landgraf bestimmt. Franz Feller von der "alten Spielvereinigung" wurde 2. Vorsitzender, Willy Berthold Schriftführer. Als nicht-konfessioneller Verein hatte der VfL Vreden keinen Präses mehr. Die 1. Fußballmannschaft des neuen VfL Vreden konnte im ersten Spieljahr in der neuen Klasse gut mithalten, der Aufstieg gelang jedoch TuS Stadtlohn. Voller Stolz wurde aber in der Festschrift zur Einweihung des Widukindstadions berichtet, daß man in den folgenden acht Jahren gegen die Stadtlohner in Pokal- oder Freundschaftsspielen nie verloren habe !? Bis Kriegsbeginn spielte der VfL stets in der Spitzengruppe seiner Liga mit, der Aufstieg gelang indes nie. Lediglich in der Saison 1936/1937 kämpfte man erfolglos gegen den Abstieg. Mit 6:22 Punkten aus 14 Spielen belegte man den letzten Tabellenplatz. Das Torverhältnis von 20:30 zeigt aber, daß die Spiele meist mit nur einem Tor Unterschied knapp und unglücklich verloren gingen. Aus heute nicht mehr bekannten Gründen durfte man jedoch auch im folgenden Jahr wieder in der zweiten Kreisklasse antreten. VfL. Vreden ist trotz aller Anstrengungen nicht vom letzten Tabellenplatz fortgekommen. Auch diese Mannschaft trifft das bittere Los des Abstiegs, nachdem sie noch vor einem Jahr zusammen mit TuS Dülmen um den Aufstieg in die 1. Kreisklasse gekämpft hatte. Vreden war wie selten eine Mannschaft vom Fußballglück verlassen. Fast alle Spiele gingen mit einem Tor Unterschied verloren, was auch schon aus dem guten Torverhältnis von 20:30 Toren ersichtlich ist. Auf Grund ihres Könnens hätte die Mannschaft einen guten Mittleplatz verdient, aber, wie gesagt, es fehlte dazu das Glück. Da Vreden zur Zeit über die beste Jugendmannschaft der Kreise Ahaus und Coesfeld verfügt, so sollte Vreden in der Lage sein, in der nächsten Spielserie eine Stammannschaft zu stellen, der ein Aufstieg in die 2. Kreisklasse nicht schwer sein sollte. Im Gegensatz zu Darfeld und Nordwalde, die bei mehreren Spielen nicht antraten, haben die Vredener nie den Mut noch die Disziplin verloren, sondern Spiel um Spiel bis zum bitteren Ende ausgetragen, obwohl immern alles vergeblich war. Wir wünschen der sympathischen Mannschaft des VfL. Vreden mehr Glück in der 3. Kreisklasse und sprechen den Wunsch aus, daß wir sie in der übernächsten Spielzeit wieder in der 2. Kreisklasse finden werden.
(Originalzeitungsausschnitt liegt vor)
1937 konnte der VfL Vreden trotz des schlechten Abschneidens der 1. Seniorenmannschaft den größten Fußball-Erfolg seiner Geschichte verzeichnen. Erst im Endspiel unterlag die Ia-Jugend Borussia Rheine und war somit Vize-Westfalenmeister. Zu dieser Zeit hatte Walter Steinert den Vorsitz inne. Ihm folgten Anfang 1939 Heinz Haarmann und, als dieser Ende 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde, Heinrich Pennekamp. Heinz Haarmann stammte ehemals vom Turnverein, während Walter Steinert und Heinrich Pennekamp 1924 vom aufgelösten FC 1921 zur SpVgg gewechselt waren. |
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Der VfL Vreden (1934 - 1939)