| Fußball von 1914 - 1921 |
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Als die Soldaten nach dem Krieg allmählich in ihre Heimat zurückkehrten, konnten die alten Vereine schnell wieder neue Mannschaften aufstellen. Man darf annehmen, daß viele Soldaten im Feld erstmals aktiv am Fußball teilnahmen und den Sport lieben lernten. Somit wurden nach dem Krieg auch viele neue Vereine gegründet. Die Vereinsgründungen wurden zumeist wohlwollend gefördert, galt es doch, die durch die sogenannte "Hungerblockade" geschwächte Bevölkerung "körperlich zu ertüchtigen und zu erneuern. [...] Wenn so der Sport Gemeingut unserer ganzen Jugend geworden ist, dann wird diese unsere sporttreibende Jugend heranwachsen zu einem körperlich und geistig gesunden Geschlecht, das zu den besten Hoffnungen für unser geliebtes, deutsches Vaterland berechtigt." Auch in Vreden kam der Fußball endlich zur Entfaltung. Den Anfang machte der Gesellenverein, die heutige Kolpingfamilie. Unter Präses Kaplan Jacobs wurde im Frühjahr 1920 eine Fußballabteilung gegründet. Die Initiative hierfür ging vor allem von Josef Steinmann und Franz Feller aus. An der Zwillbrocker Straße war bereits ein Turn- und Sportplatz vorhanden, den man für Fuß- und Faustballspiele nutzte. Desweiteren lag dort auch eine Tennisanlage. Leider war das Spielfeld nicht waagerecht angelegt, so daß die Mannschaften je eine Halbzeit bergauf bzw. bergab spielten. Als Spieltag war schon damals der Sonntag vorgesehen. Als sich nach einiger Zeit eine erste und eine zweite Mannschaft herausbildeten, erwarben die Spieler eine Mannschaftskluft. Ganz selbstverständlich wurde die grün-weiße Sportkleidung vom Spieler aus eigenen Mitteln erworben.
Als erstem Gegner stellte man sich dem HFC Haaksbergen, der den Weg über die Grenze gerne antrat. Die Aufstellung des großen Spiels lautete: Der Volksschullehrer Georg Evers leitete dieses Spiel, das mit 2:0 Toren für den holländischen Gast endete. Aufgrund übermäßiger Härte soll es "einige kleine Zwischenfälle" gegeben haben, wobei ein angeschlagener Spieler der Einfachheit halber auf einer Leiter stadteinwärts gebracht wurde. Dennoch erfüllte das Spiel seinen Werbezweck. Im April 1920, also zeitgleich mit dem Gesellenverein, beschloß der Katholische Arbeiter-Verein (heute: KAB St. Georg) ebenfalls, eine Turn- und Fußballabteilung zu gründen. Unter Führung von Präses Kaplan Nordhoff wurde an der Chaussee nach Wüllen ein Sportplatz errichtet, auf dem die Spiele in rot-weißen Trikots ausgetragen wurden. Im Oktober 1920 berichtete das Ahauser Kreisblatt von einem S.V. 20 Vreden, der den ASV Ahaus mit 2:0 besiegte. Es läßt sich leider nicht endgültig klären, ob es sich um einen weiteren Verein handelte, oder ob einer der oben genannten Vereine unter diesem Namen antrat. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß dies der vorübergehende Name der Sportabteilung des Arbeitervereins war, da dieselbe Zeitung im April 1921 im Zusammenhang mit dem Arbeiterverein vom Turn- und Sportverein Vreden sprach. Als herausragende Fußballer des S.V. 20 Vreden wurden die Spieler Stroetmann und Waning genannt. Der Gesellenverein hingegen trat des öfteren unter der Bezeichnung "Jugendverein" an. Er verfügte im Juni 1921 über mindestens drei Mannschaften. Eine weitere Mannschaft hatte inzwischen auch die Höhere Stadtschule aufgestellt. Da dies eine Schulmannschaft war, setzte sie sich sicherlich teilweise aus Spielern der anderen Vereine zusammen. Im Frühjahr 1921 wurde mit dem FC Vreden 1921 ein weiterer Verein gegründet. Bereits im Juni 1921 spielte der FC mit zwei Mannschaften. Dem Fußballsport war unbestreitbar auch in Vreden der Durchbruch gelungen. Die Förderung durch Kirche und Schulen machte es dem Fußball sicherlich leichter, gesellschaftlich anerkannt zu werden, denn welche Eltern konnten ihren Kindern schon einen Sport verbieten, für den sich Lehrer und Kapläne einsetzten. Da der FC 1921 dem WSV angeschlossen wurde, konnte er auch an Meisterschaftsspielen teilnehmen. Vermutlich waren es Spieler aus den Mannschaften des Arbeiter- bzw. Gesellenvereins, die den FC 1921 gründeten, da ihre Stammanschaften keinem Verband angehörten und somit keine Titelwettkämpfe bestreiten konnten. Im April 1921, also zur Zeit der Gründung des FC, warb der Gesellenverein ausdrücklich um neue Mitglieder für die Sportabteilung. Möglicherweise sollte hierdurch die Abwanderung von Spielern zum FC 1921 ausgeglichen werden. Im Spätsommer 1921 machte Kaplan Nordhoff nach einem Freundschaftsspiel der Mannschaft des Arbeitervereins gegen die Mannschaft des Gesellenvereins den Vorschlag, die beiden Sportabteilungen zu einer Spiel-Vereinigung zu fusionieren. Gegen einigen wohl unvermeidlichen Widerstand wurde somit die Spielvereinigung Vreden 1921 geboren. Mit Anton Jöster und Johann Schwering hatte der neue Verein zwei Gründungsvorsitzende. Die zuvor erfolgte Gründung des FC 1921 mag Grund für die Fusion gewesen sein. Das genaue Gründungsdatum der SpVgg ist nicht mehr bekannt. Alten Zeitungsberichten läßt sich entnehmen, daß der Jugend- und Gesellenverein Mitte September 1921 noch unter eigenem Namen antrat. Am 20. Oktober des Jahres wurde über ein Spiel des "Arbeitervereins Vreden" im Rahmen der DJK-Meisterschaften berichtet. Am 14. November wurde diese Mannschaft als Vertretung des "Arbeiter- und Gesellenvereins" bezeichnet. Es ist daher anzunehmen, daß auch im Oktober dieselbe Mannschaft der SpVgg gemeint war. Die Fusion der Mannschaften zur Spielvereinigung dürfte somit Ende September/Anfang Oktober erfolgt sein, wobei der Name "Spielvereinigung" möglicherweise noch nicht sofort gewählt wurde.
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Fußball vor 1914