Fußball vor 1914

Seit langem ist der Fußball als Volkssport Nr. 1 aus dem täglichen Geschehen nicht mehr wegzudenken. Dennoch beginnt seine eigentliche Geschichte in Deutschland erst vor rund 120 Jahren.

1874 wurde an einem Braunschweiger Gymnasium erstmals regelmäßig und organisiert Fußball gespielt. Ab 1881 wurden von Düsseldorf aus Vereine "für Körperpflege" oder "für Bewegungsspiele" gegründet, die unter anderem auch Fußball spielten. Dabei wurde zunehmend nach einheitlichen "englischen" Regeln gespielt. Nachdem der Fußballsport 1889 auf dem VII. Turnfest in München einem größeren Publikum vorgestellt worden war, dauerte es noch knapp zehn Jahre, bis 1898 in Düsseldorf eine lose Organisation aus gerade mal drei Fußballclubs und fünf Turnvereinen gegründet wurde. Daraus entstand 1899 der Westdeutsche Spielverband (WSV).

Auf dem ersten Spiel- und Sportfest am 13.-15. Mai 1899 in München-Gladbach traten bereits neun Fußballmannschaften an. 1901 stieg die Anzahl dann schon auf 34 Mitgliedsvereine. Es handelte sich allerdings überwiegend um Mannschaften aus dem Raum Rhein/Ruhr. In Anbetracht der schlechten Verkehrsanbindung des Westmünsterlandes wäre eine Teilnahme hiesiger Mannschaften ohnehin kaum möglich gewesen. Der älteste Fußballverein des Kreises Borken ist vermutlich der FC Bocholt 1900. Nicht alle Vereine schlossen sich nach der Gründung aber auch sofort Verbänden an.

Erst für die Jahre 1907/1908 finden sich Hinweise auf fußballerische Aktivitäten im Altkreis Ahaus. In Ahaus wurde der Ahauser Ballspielclub ABC 08 gegründet. 1910 war die Fußballbegeisterung dort bereits so gewachsen, daß ca. 1000 Zuschauer einen Ahauser 8:0 Sieg gegen Borussia Rheine miterlebten. Weitere Gegner fanden die Ahauser in Gronau, Coesfeld und Legden. Eine Vredener Mannschaft gab es zu jener Zeit noch nicht.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 wurden die jungen Fußballer zunehmend zum Kriegsdienst einberufen, so daß der Spielbetrieb im Verlauf des Krieges eingestellt werden mußte.
 
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