Donnerstagabend. Flutlicht. Auswärts. Niederlande.
Es gibt Abende, an denen ganz normale Freundschaftsspiele stattfinden. Und dann gibt es Abende, an denen Legenden geboren werden. Für unsere C4 ging es am Donnerstagabend über die Grenze nach Haaksbergen zum internationalen Kräftemessen gegen die U15 der Bon Boys im Sportspark de Greune.
Der Reisetross, gespickt mit hochmotivierten Spielern, Trainern und einer beachtlichen Zahl an Supportern, nahm die Strapazen eines echten Länderwechsels auf sich. Keine leichte Aufgabe! Reisepässe wurden zwar nicht kontrolliert, aber die Vorfreude war trotzdem riesig.
Schon bei der Ankunft war klar: Hier wird Fußball gelebt. Wir wurden superfreundlich empfangen, lernten uns kurz kennen und dann ging es für unsere Jungs hinein in die „Katakomben“. Die Anspannung stieg – schließlich betrat die C4 erstmals internationalen Fußballboden.
Und der Ground? Nicht schlecht, liebe Bon Boys! Flutlichtmasten, jede Menge Tore und Minitore und ordentlich Platz für zahlreiche Mannschaften, die hier ihrem Hobby nachgehen. Man merkt sofort: Die Jungs dort sind bestens ausgestattet und die Bedingungen für Fußball sind richtig stark.
Wie man es von unseren niederländischen Nachbarn kennt, wurden wir herzlich empfangen. Ein besonderer Dank geht dabei an Bilal, den Trainer der U15 der Bon Boys, der uns erstmal mit Kaffee versorgte. Nach kurzer Fachsimpelei war dann aber Schluss mit Nettigkeiten, schließlich wollten wir irgendwann auch noch Fußball spielen. Top organisiert war das Ganze ebenfalls: Vater im Schiri-Dress, beide Teams stellten jeweils einen Linienrichter und nach Begrüßung, Shake Hands und Wimpeltausch durfte natürlich das obligatorische internationale Gruppenfoto nicht fehlen.
Dann war es soweit. 2 x 35 Minuten. Vollgas. Die Anfangsphase gehörte zunächst den Gastgebern. Unsere Jungs zeigten durchaus Respekt, schließlich stand man nicht jeden Donnerstagabend auf internationalem Boden. Die Bon Boys kamen besser ins Spiel und unsere C4 musste erstmal ankommen. Aber nach 04 Minuten war die Nervosität Geschichte. Mit Einsatz, gewonnenen Zweikämpfen und immer mehr Sicherheit kamen wir ins Spiel. Unsere Jungs übernahmen zunehmend die Kontrolle und begannen, den Ball laufen zu lassen. Geschickte Verlagerungen, sauberes Kurzpassspiel und gutes Verschieben der Viererkette sorgten dafür, dass wir uns immer tiefer in der Hälfte der Gastgeber festsetzten. Die ersten Chancen ließen nicht lange auf sich warten leider zunächst ohne Ertrag. Die Bon Boys blieben über schnelle Konter gefährlich, doch unsere Abwehr stand aufmerksam und Jannis im Tor war jederzeit hellwach. Durch das konsequente Nachschieben konnten wir das Mittelfeld immer wieder überladen und den Druck weiter erhöhen. Ein wunderschöner Steckpass auf Nick und plötzlich war er auf Reisen. Nick blieb cool, legte sich den Ball nochmal auf den rechten Fuß. Wir gehen in Holland in Führung! Damit war auch endgültig klar: Wir waren nicht zum Kaffeetrinken über die Grenze gefahren. In der Halbzeit gab es Ranja, eine weitere niederländische Spezialität Ob das jetzt der geheime holländische Champions-League-Trank war oder einfach nur lecker, lassen wir mal offen. Nach zehn Minuten hieß es wieder: Schuhe schnüren, Köpfe hoch und raus. Die Bon Boys kamen mit ordentlich Druck aus der Kabine. Die ersten six, seven Minuten der zweiten Hälfte mussten unsere Jungs wirklich alles in die Waagschale werfen. Verteidigen, verschieben, blocken, kämpfen und sie taten es. Allen voran Luca, der mit zwei überragenden Tacklings im richtigen Moment Schlimmeres verhinderte. Diese Phase überstanden wir gemeinsam danach schien jemand bei unserer Mannschaft den Turbo gezündet zu haben. Nun hieß es Gas. Druck. Offensivdrang. Unsere Jungs ließen jetzt keinen Zweifel mehr daran aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen wollte. Und wieder war es Nick, der zuschlug. Doppelpack im internationalen Einsatz der Mann hatte offenbar Gefallen am niederländischen Rasen gefunden.
Was anschließend folgte, war vermutlich genau der Moment, wegen dem Trainer Fußball lieben. Von hinten flach herausgespielt, ein, zweimal klatschen lassen, dann schnelle Doppelpässe durchs Zentrum. Der Ball läuft und Bewegung stimmt. Der Steckpass kommt genau in die Schnittstelle. Die Bon Boys verteidigen stark, gewinnen zunächst den Ball, aber unsere Jungs bleiben drauf, holen ihn sich zurück und spielen ihn wieder flach ins Zentrum wo Noah nur noch einschieben muss. Eine Augenweide für jeden Fußballfan und ein Herzöffner für jeden Trainer. Wahrscheinlich genau die Art von Fußball, die man sich vorher an der Taktiktafel ausmalt und danach im Training unbedingt nochmal zeigen möchte.
Am Ende steht ein 0:3-Auswärtssieg für unsere C4. Aber eigentlich war das Ergebnis fast nur die Randnotiz eines richtig starken Fußballabends. Ein intensives, faires Spiel zweier guter Mannschaften, die beide wissen, wie sie Fußball spielen möchten. Nach dem Abpfiff wurde abgeklatscht, sich gegenseitig Respekt gezollt und direkt das Rückspiel in Vreden vereinbart. Ein riesiges Dankeschön an die Bon Boys aus Haaksbergen für die Gastfreundschaft und die tolle Organisation.Natürlich auch ein fettes Dankeschön an unsere zahlreichen Supporter, die sich auf den Weg gemacht haben und unseren Jungs sogar ins Ausland folgen, um sie anzufeuern.
Donnerstagabend. Flutlicht. Niederlande.
Vielleicht war es „nur“ ein Freundschaftsspiel, aber für unsere C4 fühlte es sich ein kleines bisschen nach Champions League an.





